Keine Lust mehr auf Frust beim Sticken?

Geht es Dir manchmal so wie mir? Der Faden reißt, die Nadel zieht Schlaufen, die Farben sind doch nicht so stimmig ausgesucht und Du hast wieder vergessen, die Fadenspannung richtig einzustellen? Keine Angst, wir gehen die wichtigsten Punkte gemeinsam durch! Mir ein bisschen Vorarbeit wird Sticken zum reinsten Vergnügen!

1. Sauberkeit!

Vor dem Sticken geht's ans Säubern. Das heißt wirklich einmal kurz die Spulenkapsel öffnen, mit einem kleinen Pinselchen auspinseln. Wenn Deine Maschine einen Fadenabschneider hat diesen einmal kontrollieren, ob da vielleicht noch ein Fädchen ist oder sich irgendwelche Krümelchen oder Reste oder kleine Wollmäuse dazwischen geklemmt haben. Manchmal ist es wirklich nur ein winzig kleines Fädchen, was das Garn dann behindert. Wichtig ist auch die Fadenführung des oberen Garns. Auch hier hängt manchmal nur ein winzig kleiner Fadenrest fest, oder ein kleines Staubknäul, das dann hier dafür sorgt, dass der Oberfaden nicht richtig in den Spannungsscheiben gleitet. Hier kann z.B. ungewachste Zahnseide ohne Zusätze eine Hilfe sein! Mach es Dir also zu einem schönen kleinen Ritual, bevor Du anfängst zu Sticken, die Maschine einmal kurz zu reinigen.


2. Die richtige, frische Nadel!

Am besten nutzt Du die passende und nach Möglichkeit auch frische Nadel, zumindest wenn Du gerade schon viel gestickt hast, dann lohnt es sich, eine neue Nadel einzusetzen. Man kann auch sehr gut mit bloßem Auge erkennen, ob eine Nadel an der Spitze noch richtig grade ist (oder z.B. über die Fingerkuppe ziehen) oder was auch ganz beliebt ist, wenn in der Öse sich irgendwo eine kleine Nut gebildet hat und Dein Garn aufribbelt... Achte auch darauf, dass Du die richtige Nadel eingesetzt hast. Zum Beispiel wenn Du Metallic-Garn verwenden möchtest, dann solltest Du auch wirklich eine Metallic-Nadel verwenden. Diese hat ein größeres Öhr, so dass Metallic-Garn besser darin gleiten kann. Es gibt auch goldene Nadeln und auch Titan-verstärkte Nadeln, die ich tatsächlich am liebsten mag, da sie einfach viel robuster sind und weniger anfällig für Nadelbruch sind.

3. Das richtige Vlies!

Am Markt gibt es sehr viele unterschiedliche Vlies-Arten, da hilf durchprobieren. Es gibt zum Beispiel Vliese, die selbstklebend sind für elastische Stoffe oder auch einfach abreißbaren Stickvliese in unterschiedlichen Dicken. Außerdem gibt es Stickvlies, dass sich mit Wasser selbst auflöst. Auch hier muss man schauen, welches Vlies zu welchem Stoff passt. Ich habe gute Erfahrungen gemacht mit selbstklebenden Stickvlies für T-Shirts aus Jersey. Dickes reißbares Stickvlies geht aber eigentlich auch immer. Nach vielen Jahren des Durch-Testens verwende ich eigentlich nur noch die Madeira Stickvliese und fixiere den Stoff zusätzlich mit etwas Sprühkleber zum Sticken.


4. Die richtige Einstellung Deiner Maschine!

Beim Besticken brauchst Du keine Eile. Natürlich ist es schön, wenn Deine Maschine 1000 Stiche pro Minute kann, muss sie aber gar nicht. 😉 Stell lieber am Anfang erst einmal eine langsamere Geschwindigkeit ein, teste dich ein bisschen durch und taste dich heran, wie gut Deine Maschine mit der Stickdatei klarkommt. Außerdem ist es immer wieder interessant, mit welcher Spannung der Oberfaden laufen muss! Beim Sticken ist das nämlich so, dass der Oberfaden eigentlich ganz gemächlich auf dem Stoff liegen soll und gar nicht wie beim normalen Nähen fest 2 Stofflagen miteinander verbindet. Daher ist es am besten, wenn der Oberfaden nicht mit allzu viel Spannung an der Nadel ankommt. Wenn Du dir daher nicht sicher bist welche Fadenspannung bei dir ein schönes Stickbild erzeugt, lohnt es sich, mit einer einfachen kleinen Stickdatei einfach mal Probestiche zu machen!


5. Das richtige Einspannen im Stickrahmen!

Wichtig ist hier auf jeden Fall, dass der Stoff wirklich gut und quasi Trommel-fest eingespannt ist! Er sollte weder zu locker sein noch Falten werfen oder so fest eingespannt werden, dass er sich verzieht. Das braucht ein bisschen Übung. Lege am besten den Stickrahmen auf einen flachen Tisch so dass der Stoff nicht durchhängen kann. Lege zuerst den äußeren Stickrahmen auf den Tisch, dann den das Stickvlies, darüber Dein Stoff und dann drückst Du den Innenrahmen vorsichtig über Stoff und Vlies in den Außenrahmen. Spanne dann den Rahmen richtig fest. Manche Rahmen haben dafür einen Schnellspanner. Bei größeren Stickrahmen liefern die Hersteller meist auch kleine Klammern mit, die Du auf jeden Fall auch nutzen solltest. 😊


6. Das richtige Stickgarn!

Ich habe vor 7 Jahren angefangen zu sticken und habe mir einige günstige Stickgarn Sets gekauft, aber meine Maschine hat sie alle im wahrsten Sinn des Wortes gefressen 😉 Oh was habe ich gejammert und geflucht… Meine Pfaff funktioniert am besten mit dem Madeira Rayon Garn. Auch wenn man es manchmal nicht gleich auf Anhieb sieht, wo der Unterschied ist, scheint es doch ziemlich Unterschiede in der Qualität zu geben bei den Garnherstellern. Kleiner Pro-Tipp: Es ist tatsächlich sogar wichtig, wie der Faden von der Oberfaden-Spule abgespult wird, ob links, oder rechtsherum, daher probiere mal aus, die Spule andersherum auf den Garnhalter zu stecken, vielleicht ist das das entscheidende letzte Quäntchen Glück zu einem schönen Stickbild! Schau, dass das Garn wirklich locker und leicht abgespult werden kann, viele Maschinen haben kleine Filzgleiter zum Unterlegen und kleine Stecker, um die Spule zu fixieren.

Ich hoffe bei meinen Tipps und Tricks waren ein paar Sachen dabei, die Dir noch weiterhelfen und Dir ganz ganz ganz viel Freude beim Sticken machen 😊


Such Dir doch im Shop eine hübsche Stickdatei aus und leg einfach los!


Liebe Grüße!